Wilde Gebiete in Deutschland

In Deutschland gibt es nicht nur schöne Städte, sondern auch einzigartige Naturgebiete. Auf vielen Landflächen sind jedoch Gewerbe, Autobahnen und Siedlungen entstanden. Ein großer Teil wird von Land- und Forstwirtschaft genutzt. Daneben gibt es glücklicherweise noch Areale, in denen die Natur noch Natur sein darf.

Für mehr Wildnis in Deutschland

Gebiete, in denen sich die Natur gemäß ihren Gesetzmäßigkeiten entfalten kann, sind unverzichtbar. Viele Tier- und Pflanzenarten brauchen ungestörte Rückzugsgebiete. Auch der Mensch kann von Wildnisgebieten lernen und sie sind auch für ihn Rückzugsorte. Daher sind deutsche Nationalparks Publikumsmagnete.

Deutschland wird wild

Die Goitzsche-Wildnis liegt im ehemaligen Tagebau Goitzsche zwischen Bitterfeld und Delitzsch in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Hier sind etwa 130 Brutvogelarten wie Seeadler, Kranich und Brachpieper nachgewiesen. Biber, Fischotter, Laubfrosch, Wechselkröte und Schlingnatter sind ebenfalls ansässig. Außerdem wurden 48 Libellenarten bestätigt. Das Areal umfasst eine Wildnisfläche von etwa 1.250 Hektar. Ungefähr 50 Hektar bilden Wanderwege. Naturfreunde können per Rad oder zu Fuß das Gebiet erkunden. Ferner gibt es Abenteuer- und Wildnistage für Kinder.

Das Naturparadies Grünhaus entwickelte sich in stillgelegten Braunkohletagebauen in der Niederlausitz. Das Gebiet umfasst etwa 1.930 Hektar Wildnislandschaft, die seit 2003 Nationales Naturerbe ist. In Grünhaus gibt es über 3.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten sowie 100 Kleingewässer. Sogar eine Wolfsfamilie hat sich hier sesshaft gemacht. Wer das Gebiet erkunden möchte, kann dies auf eigene Faust oder in geführten Wandergruppen tun.

Auf einer Fläche von ungefähr 5.000 Hektar ist der Nationalpark-Hainich die größte nutzungsfreie Laubwaldfläche in Deutschland und seit 2011 Teil der UNESCO-Welterbestätte. Auf dem Areal gibt es etwa 30 heimische Laubbaumarten, Wildkatzen, Fledermäuse, vereinzelt Luchse und über 2.000 Käferarten. Ferner viele Blütenpflanzen und sogar Orchideenarten. Das Highlight ist der Baumkronenpfad. Besucher können den Nationalpark selbst oder mit geführten Wanderungen erkunden.

Was sich viele Menschen in Deutschland wünschen würden, ist in Teilen des Müritz-Nationalparks ein unausgesprochenes Gesetz. Hier greift in einem Teil des Buchenwaldes seit mehr als 150 Jahren kein Forst mehr in die Natur ein und fällt Bäume. Es gibt im Nationalpark viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Durch das Gebiet führen Rad-, Wasser- und Wanderwege.

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