Die deutschen Mittelgebirge

Die deutschen Mittelgebirge sind vor allem im mittleren und südlichen Teil Deutschlands zu finden. Der Harz bildet die nördlichste Bergkette der Mittelgebirgsschwelle, die im Osten vom Erzgebirge und im Westen vom Rheinischen Schiefergebirge begrenzt wird. Die südliche Grenze ist die Schwäbische Alb. Die Mittelgebirge sind im Trias und im Tertiär entstanden, als es zu gigantischen Hebungen und Senkungen der Erdplatten kam. Insgesamt gibt es 41 Mittelgebirge in Deutschland, wobei als solche zusammenhängende Hügel- und Bergketten von mindestes 300 Metern Höhe zu verstehen sind.

Die bekanntesten Mittelgebirge sind:

  • der Taunus,
  • die Rhön,
  • der Schwarzwald,
  • der Thüringer Wald,
  • der Harz,
  • der Bayerische Wald,
  • die Eifel,
  • der Hunsrück,
  • das Elbsandsteingebirge,
  • der Odenwald,
  • das Siebengebirge und
  • der Teutoburger Wald.

In den Mittelgebirgen finden sich wegen der geringen Höhen meistens noch keine Abstufungen der Vegetation. Der höchste Berg unter den Mittelgebirgen ist der Feldberg im Schwarzwald mit ca. 1.493 Metern, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit ca. 1.456 Metern und dem Fichtelberg im Erzgebirge mit ca. 1.215 Metern. Die Mittelgebirge sind Rumpfgebirge und Tafelbergländer, es fehlen ihnen die Erhebungen der alpinen Regionen.

Klima spielt eine wichtige Rolle

Neben der geologischen haben die Mittelgebirge auch klimatische Bedeutung. Die Bergketten sorgen mit ihrer Höhe zu Veränderungen der Winde, mit ihrer Bewaldung aber auch für veränderte Feuchtigkeiten. Meistens fallen von den Mittelgebirgen kühle Winde in die Täler herab. So wird das Wetter im Großraum Frankfurt bisweilen sehr von den Winden des Taunusgebirges beeinflusst. Wegen der meist vorherrschenden Westwinde in Deutschland gibt es an den Westflanken der Gebirge meistens mehr Niederschläge. Die Luftmassen stauen sich an den Bergen, müssen aufsteigen, kondensieren und fallen als Regen herab. Die gegenüberliegenden Tallagen können hingehen wesentlich trockener sein. Grundsätzlich gelten sie als feucht-kühle Klimainseln, was vor allem in den Höhenlagen die Vegetationszeit eingrenzt – sie kann manchmal nur zwei Monate betragen. Die Mittelgebirge können auch als Wetter- oder Klimascheide dienen, je nachdem, wie ihr Verlauf in Bezug zu den Winden und ihre Höhen sind.

Für die Einheimischen sind die Mittelgebirge vor allem Naherholungsgebiete. Sie sind geprägt von dichter Bewaldung, die auch wesentlich zur deutschen Forstwirtschaft beiträgt. In den Wäldern der deutschen Mittelgebirge findet sich noch hohe Biodiversität, was sich zum Beispiel in einem hohen Wildanteil ausdrückt. Immer mehr der Wälder werden wieder natürlich bewirtschaftet, was auch die Biodiversität erhöht. Viele der Wälder werden für den Freizeitsport genutzt. So kommen Menschen von nah und fern, um hier zu wandern oder mit dem Fahrrad zu fahren.

Kulturräume in den Mittelgebirgen

In vielen Mittelgebirgen konnten sich auch Kulturräume und alte Traditionen bewahren. Da viele Gebirge auch Talkessel haben, in denen sich einst Dörfer ansiedelten, überlebten hier Jahrhunderte alte Bräuche, die heute noch auf Festen gepflegt werden. Ein Beispiel ist die Erzgebirgische Volkskunst, die weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt ist.